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Reisekolumne von Manuela Bernauer - Bildquelle: fotolia.de Fernreisen
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Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren. (André Gide)

Wladiwostok

Mit dem Schiff - das Tor zu Asien. Mit der Bahn - die letzte Außenstelle Europas.


Liebe Leserin, Lieber Leser!

Diese Woche habe ich meinen Globus gedreht. Wurde ja auch wieder einmal Zeit, nachdem er nun eine doch sehr lange Pause hatte. Und mein Globus hat auch gute Arbeit geleistet und bringt uns an einen weit entfernten und sehr interessanten Ort – nach Wladiwostok.
wladiwostok / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Diese am Pazifischen Ozean gelegene, russische Stadt hat zirka 600.000 Einwohner. Sie liegt im Süden der Murawjow-Amurski-Halbinsel. Sie ist außerdem das Zentrum der Provinz Primorje.Von der Hauptstadt Russlands, Moskau, trennen Wladiwostok sieben Zeitzonen. Wenn man diese Strecke mit der Transsibirischen Eisenbahn zurücklegt sind es über 9.000 Kilometer. Kein Wunder, dass sich die Menschen dieser Stadt eher nach China und Japan orientieren und dementsprechend auch oft die Sprachen dieser Länder lernen. Ein Flug nach Tokio dauert schließlich nur eineinhalb Stunden.

Das Stadtzentrum wirkt von der Architektur her wie die großen europäischen Metropolen, in den Außenbezirken wird jedoch die Sowjetarctransibirische_eisenbahn / Zum Vergrößern auf das Bild klickenhitektur sichtbar. Die Stadt liegt zwar auf demselben Breitengrad wie Florenz, jedoch kommt man dem sibirischen Klima nicht aus. So hat es im wärmsten Monat, dem August, nur um die +17 Grad Celsius und im kältesten, im Jänner, ungefähr -17 Grad Celsius.

Wladiwostok ist vor allem als Endpunkt der Transsibirischen Eisenbahn bekannt. Diese bietet seit 1903 eine direkte Verbindung mit Moskau. Gegründet wurde die Stadt jedoch bereits 1860 durch Zar Alexander II.. Sie sollte als Militärstützpunkt dienen. Bis 1991 war die Stadt aufgrund seiner militärischen Bedeutung für Ausländer gesperrt.
hafen / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Nicht nur die Eisenbahn ist prägend für diese Stadt, wichtig ist auch der Hafen am Pazifik. Gegründet wurde auch dieser zu militärischen Zwecken. Jedoch wurde in dieser Bucht im Jahr 1897 auch ein Handelshafen errichtet.

Wladiwostok ist zwar eher eine Industriestadt, die umliegende Landschaft ist aber sehr beeindruckend. So gibt es in der Primorje-Region nicht nur die nördlichsten Monsunregenwälder, sondern aber auch wunderschöne Berg- und Küstenlandschaften.

Heute hat uns der Globus an einen weit entfernten, aber sehr faszinierenden Ort geführt, an den man wahrscheinlich nicht sofort denkt, wenn man seine Urlaubspläne schmiedet. Also ich würde in diesem Fall dem Globus vertrauen. Auf nach Wladiwostok!





Wenn ihr jede Woche per Mail erfahren wollt, an welchen Ort es uns dieses Mal verschlägt, schickt einfach eine E-Mail an: reisekolumne.bernauer@gmx.at

Autor: Manuela Bernauer | 07.10.2009 07:00